Hannibal  

Ein Schwergewicht im Kampf gegen die Fluten

Ob Hochwasser oder Rohrbruch – unerwünschtes Nass muss schnell abgepumpt werden. Bei überfluteten Kellern reichen die Pumpen der Feuerwehr meistens aus. Bei größeren Überschwemmungen hilft die Schmutzwasserkreiselpumpe des Technischen Hilfswerks (THW). Sie wiegt zwei Tonnen und ist auf einen Anhänger montiert. Im THW wird sie Hannibal genannt - Namensgeber ist der Hersteller

Die Hannibal hat ein Fördervolumen von 5.000 Liter pro Minute. Das heißt, dass in einer Sekunde etwa 80 Liter gepumpt werden. Oder anders ausgedrückt: die Pumpe kann in zwei Sekunden eine Standard-Badewanne leer saugen.

Angetrieben wird die Kreiselpumpe von einem Dieselmotor. Für den eigentlichen Pumpvorgang ist im Inneren der Hannibal ein Schaufelrad eingebaut, das sich in einem Gehäuse befindet. Bei Betrieb dreht sich das Rad und schleudert das Wasser aufgrund der Rotationsbewegung an die Innenwand des Gehäuses. Somit entsteht dort ein höherer Druck, als im Zentrum des Schaufelrads. Der im Zentrum vorherrschende geringere Druck saugt das Wasser an. Der Überdruck an der Innenwand hingegen sorgt dafür, dass das Wasser wieder aus der Pumpe herausgeleitet wird.

5.000 Liter die Minute müssen erst einmal transportiert werden - entsprechend groß fallen auch die insgesamt vier Schläuche aus, die an die Pumpe angeschlossenen werden. Jeder von ihnen besitzt einen Durchmesser von 15 cm. Zwei Saugschläuche saugen die Flüssigkeit an und zwei weitere Schläuche leiten sie wieder ab.

Die Schmutzwasserkreiselpumpe wird vor allem bei größeren Überflutungen und Überschwemmungen eingesetzt. Diese Wassermassen können auch Dreck und Steine enthalten. Im Schmutzwasser befindliche Objekte bis zur Größe eines Tennisballs können durch die Pumpe strömen, ohne sie zu beschädigen. Vor größeren Brocken schützt ein Filter, der am vorderen Ende der Saugschläuche angebracht ist.

 

Hannibal Schmutzwasserpumpe

Hersteller: Hannibal Pumpen Düsseldorf

Technische Daten

Baujahr:                   1999

Motorisierung:     Deutz-Diesel 33kW

Nenndrehzahl:      1500-1670 pro min

Pumpleistung:       300m³/h = 5000l/min = 80l/s

Korndurchlass:      7cm

Förderhöhe:           20m

Saughöhe:               5m

Neben der Kreiselpumpe verfügt das Pumpsystem über eine Vakuumpumpe, die einen sofortigen Einsatz ermöglicht. Durch den Umbau der Pumpe auf der Druckseite wurde die Leistung auf 7000l/min erhöht.

Zubehör

·        950m F-Druckschlauch (15 cm Durchmesser)

·        20m F-Saugschlauch

·        Diverse Kupplungen, Bögen, Formstücke, Anschlußadapter für Kupplungen (A/F), Übergabebecken 10m³

·        Durchflussmengenmesser

Einsatzbereiche:

Bekämpfung von Gefahren bei Überflutung/Überschwemmungen, Pump- und Lenzarbeiten, Beseitigung von Abwässern, Wasserförderung über lange Wegstrecken (problemlos auch ungeklärte Abwässer, Salzwasser & Schlamm)

Notstromaggregat

Unser Strom ist blau

Wenn der Strom aus der Steckdose zu Ende ist, kommen die Notstromaggregate des THW zum Einsatz.

Bei ihren Rettungseinsätzen sind die Helfer des THW auf Strom angewiesen: Sie benötigen ihn, um den Einsatzort auszuleuchten und um Bergungsgeräte mit elektrischem Antrieb anzuschließen. Da die lokale Stromversorgung in Notfällen oft unterbrochen ist, gehören Stromaggregate beim THW zur Standardausrüstung.

Stromaggregate funktionieren wie elektrische Generatoren: Beide wandeln mechanische in elektrische Leistung um. Ein Verbrennungsmotor treibt die mechanische Welle an, die eine Spule in einem Magnetfeld bewegt. Dabei entsteht elektrische Ladung. Die Lorentzkraft bewirkt die Umwandlung der mechanischen in elektrische Energie, indem sie auf die elektrische Ladungen in dem Magnetfeld wirkt. Dadurch findet eine Ladungsverschiebung statt, wobei elektrische Spannung erzeugt wird. Erst dann kann der Strom fließen.

Stromaggregate erzeugen Wechsel- und Drehstrom, wie er in allen Haushalten aus der Steckdose kommt. So können alle üblichen elektrischen Geräte des THW angeschlossen werden, wie zum Beispiel Beleuchtungsanlagen, Betonkettensägen oder Pumpen.

Beim THW kommen zwei verschiedene Typen von Stromaggregaten zum Einsatz: Das sogenannte Stromerzeugungsaggregat (SEA) liefert elektrische Energie zum Betrieb von Geräten am Einsatzort. Sie werden über Steckdosenverteiler und Verbindungsleitungen am Stromerzeuger angeschlossen sind. Dieser Strom wird nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist.
Die sogenannte Netzersatzanlage (NEA) kann an beliebiger Stelle eines vorhandenen öffentlichen Stromnetzes angeschlossen werden, um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der angeschlossenen Verbraucher beim Ausfall des öffentlichen Netzes sicherzustellen.
Beide Arten von THW-Stromerzeugern wiegen zwischen zwei und sechs Tonnen und sind daher auf Anhänger montiert, die mit THW-Fahrzeugen an den Einsatzort gebracht werden müssen.

Das tragbare Stromerzeugungsaggregat ist bei jedem THW-Einsatz dabei. Es kann auch unabhängig von den Einsatzwagen in Betrieb genommen werden; allerdings sind vier Helfer notwendig, um es zu bewegen. Bei vielen Aggregaten dieser Art besteht die Möglichkeit, den Motor entweder über den fest verbauten Tank oder von einem separaten Kanister aus mit Treibstoff zu versorgen.